Schweizer Skater an Olympia – Leider nicht wahr…

Seit ein paar Tagen ist auf der Website der Swiss Skateboard Association zu lesen, wer jetzt alles für Olympia nominiert ist. Das hat uns dann doch ein bisschen stutzig gemacht, wie es zu so einer, auf den ersten Blick, zufälligen Auswahl an Olympia-Teilnehmer kam ohne Qualifikationsverfahren kam. Immerhin wurde sogar am 19. Oktober im 20 Minuten darüber berichtet, welche Schweizer Skater jetzt nominiert sind.

Bildschirmfoto 2017-01-17 um 15.51.30Wir haben daraufhin mal bei der Medienstelle von Swiss Olympic nachgefragt. Immerhin ist das Schweizerische Olympische Kommitee zuständig, wer denn effektiv nach Tokyo 2020 fahren darf. Und die Antwort war äusserst klar: Momentan steht kein einziger Schweizer Olympia-Teilnehmer fest. Also kein Skateboarder, aber auch kein Leichtathlet oder Luftpistole oder 20km-Geher. Das Qualifikationsverfahren beginnt frühestens im Sommer 2019, also in zweieinhalb Jahren!

Desweiteren ist noch kein offizieller Verband Mitglied von Swiss Olympic, was also bedeutet, dass die Swiss Skateboard Association keinerlei Befugniss hat, irgendjemand für Olympia zu nominieren. (Auch nicht 2.5 Jahre zu früh.)

Also was heisst das jetzt konkret: Dass all die Skater, denen von Swiss Skateboard da was vorgespielt wurde, erst in 2.5 Jahren nominiert werden könnten. Also leider die ganze Sache schlichtweg nicht stimmt. Zumal überhaupt nicht sicher ist, ob überhaupt ein Schweizer Skater nach Olympia geschickt wird. Also muss auch niemand Angst vor Dopingtests haben, oder eine Gras-Entzug machen.

Das problematische ist, wenn ein Verband ins blaue hinaus Leute nominiert, es bei so einer Olympia-Teilnahme doch um viel Geld und Sponsorenverträge gehen kann.

Präsident der Swiss Skateboard Association: «Olympia könnten dazu verhelfen, dass Skateboarden endlich als Sportart anerkannt wird.» 20 Minuten, 19.Oktober 2016

 

Hier nun das komplette Statement von Swiss Olympic:

Aktuell ist noch kein Skateboard-Verband Mitglied von Swiss Olympic. Nachdem Skateboarden in das Programm der Olympischen Spiele 2020 in Tokio aufgenommen wurde, steht aber fest, dass ein nationaler Skateboard-Verband Mitglied von Swiss Olympic werden wird (voraussichtlich per 1.1.2018) – zumindest so lange, wie Skateboarding zum olympischen Programm gehцrt (im Moment ist die Sportart ja «nur» als sogenannter  «Host-City-Proposal» im Programm fьr Tokio 2020). Die Aufnahme wird auch vom IOC gefordert. Aktuell laufen bei Swiss Olympic diesbezьglich die entsprechenden Abklärungen.

Derzeit steht noch kein einziger Olympiateilnehmer für Tokio 2020 fest und zwar in keiner einzigen Sportart. Wir von Swiss Olympic sprechen ohnehin immer von Selektionen für Olympische Spiele, und der entsprechende Prozess funktioniert so:

Rund ein Jahr vor den Olympischen Spielen erstellt Swiss Olympic für jede Sportart ein Selektionskonzept – in Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Schweizer Sportverband. Darin werden die Leistungskriterien definiert, die ein Athlet erreichen muss, um für Olympia selektioniert werden zu können. Grundlage der Selektionskonzepte bilden die vom internationalen Fachverband und dem IOC definierten Qualifikationsrichtlinien. Die Athletinnen und Athleten, welche die internationalen und auch die nationalen Leistungskriterien erfüllt haben, können dann von von Swiss Olympic auf Antrag des nationalen Verbands für die Spiele selektioniert werden. Zu den ersten Selektionen für Tokio kommt es also allerfrühestens im Jahr 2019, wenn nicht sogar erst 2020.

 Die Verwirrung entsteht dadurch, dass die Medien (zum Teil aber auch Verbände und Athleten) rasch von Qualifikation und Nominierung für Olympia sprechen, wenn ein Athlet gute Resultate erreicht hat. Entscheiden über eine Olympiateilnahme tut aber letztlich immer Swiss Olympic – natürlich in Absprache mit dem Verband.

Und hier nochmals der ganze 20 Minuten Artikel.olymp

17 Januar of 2017

Rookie of the year Kilian Zehnder

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Kilian Zehnder is Rookie of the Year 2015

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